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Zatopek in Tübingen

Filmgespräch im Zatopek

Filmgespräch im Zatopek

Zatopek im Club Voltaire (Tübingen)

Zatopek im Club Voltaire (Tübingen)

Ins Zatopek wurden wir am 26.05.09 eingeladen das Burlebübele zu zeigen. Ein kleines, selbstverwaltetes Häuschen in der beschaulichen Tübinger Altstadt, in dem jeden Dienstag politische Infoveranstaltungen oder Theaterstücke oder eben Filme laufen. Eine gute Freundin organisierte den Abend und es kamen ca. 30 interessierte Zuschauer_Innen aus dem UniUmfeld, dem ortsansässigen Frauenbuchladen Thalestris, Freund_Innen oder Stammgäst_Innen des Zatopek. Uns hat an dem Abend besonders das Filmgespräch gefallen. Viele interessante Fragen und Beiträge v.a. zum Thema Ost-West und Wiedervereinigung machten den Abend für uns zu einem besonderen Vergnügen. Vielen Dank liebe Tübinger_Innen! Und dass in den Räumen des Zatopek im Jahr 1979 die erste Lesbenparty Tübingens stattfand, ließ den Abend noch ein wenig mehr erstrahlen…

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Christopher Street meets Brunnenstraße

Versteckt, in einem schummrigen Hinterhof gelegen, aber dennoch höchst zentral am Rosenthaler Platz befindet sich das ZMF – die Veranstaltungsräumlichkeiten eines Künstler_innenkollektivs aus Mitte. Nachdem wir über eine lange Treppe den offiziellen Sektor Berlins verließen und in die subkulturelle Sphäre hinab gestiegen waren, befanden wir uns in einer ziemlich netten Gewölbekeller-Location mit Bar und vielen gemütlichen Videosofas. Erstaunlich, dass wir noch nie hiergewesen sind. Um so erfreulicher, dass Johan und Sandra von der SKB, der Sprach- und Kulturbörse der TU, uns anlässlich des (transgenialen) CSDs hierhin eingeladen haben „das Burlebübele“ zu zeigen. Nicht nur der Ort war neu für uns, auch das Publikum, mehrheitlich Studierende, setzte sich erstmals sehr international zusammen. Die Veranstaltungen der SKB richten sich gezielt an Sprachstudierende in Berlin und so kamen wir in den Genuss unseren Film auch einmal auf französisch und niederländisch anmoderiert zu hören. Die Diskussion am Schluss war dann (für uns) glücklicherweise auf deutsch und förderte einige interessante Themen zu Tage. Wir sprachen über die Auswirkungen der unterschiedlichen staatlichen Repressionsformen auf die soziale und ökonomische Stellung im Leben der beiden Protagonistinnen und inwiefern sich solche Erfahrungen verallgemeinern und auf die heutige Zeit beziehen ließen. Es gab viele Fragen zur Zeit nach der Wende, z.B. zur Kooperation von Ost- und Westlesbebewegung oder zur aktuellen Sicht von Ursula Sillge und Cristina Perincioli auf die damaligen politischen Aktivitäten und ihre eigene Rolle darin. Ein Diskussionsstrang war von der Frage getragen, ob und wie sich heutzutage in Berlin die Generationen von politisch aktiven Lesben mischen und ob dabei eine Ost-West-Divergenz auszumachen ist. Sicher war es uns nicht möglich jede Frage aus dem Publikum erschöpfend zu beantworten, da uns verständlicherweise nicht zu allen Themen die Sichtweisen von Ursula Sillge und Cristina Perincioli bekannt waren, doch v.a. die Beiträge mit aktuellem Bezug eigneten sich hervorragend, um eigene Erfahrungen zu heutigen lesbenpolitischen Belangen zu diskutieren. Gerade durch die vielen unterschiedlichen Aufführungsorte, bei denen wir das Burlebübele zeigen, wird uns immer wieder bewusst, wie getrennt nach Alter und Herkunft (BRD/DDR) die Lesben Berlins bis heute ihre Veranstaltungen besuchen. Sicher- es gab v.a. bei der Premiere im SchWuZ eine bunte Mischung SchaulustigeR (in jeglicher Hinsicht), doch außer im Sonntagsclub sind Begegnungen der Generationen doch eher eine Seltenheit gewesen.

Nun ja – alles in allem ein sehr anregender Abend, der ob des vielsprachigen Publikums nicht zuletzt wieder einmal die Frage nach Untertiteln für unseren Film aufwarf. Darüber haben wir Filmemacherinnen uns schon des öfteren den Kopf zerbrochen, jedoch keine praktikable Lösung gefunden. Die Erstellung von Untertiteln bedarf entweder eines riesigen Arbeitsaufwands, den wir nicht in der Lage sind zu stemmen, oder einer Finanzspritze, die erst gefunden werden müsste. Vielleicht habt ihr ja eine Idee, wen wir wegen der Untertitel ansprechen könnten, sei es auf fachlicher oder finanzieller Hinsicht!