„Mit den Wölfen heulen“?

Filmvorführung im Spinnboden

Filmvorführung im Spinnboden

Am 23.4.09 haben wir das „Burlebübele“ wieder in Berlin, diesmal im Spinnboden, gezeigt. Zu diesem Abend hatten wir zwei Wegbegleiterinnen von Ursula Sillge und Cristina Perincioli eingeladen, um mit ihnen den Film zu diskutieren und die zwei Zeitzeuginnen zu ihren Erfahrungen und Erlebnissen während der lesbenbewegten Zeiten in den 1970ern und 80ern zu befragen. Ca. 30 Frauen fanden den Weg in den Spinnboden und im Gespräch mit Ines Heinrich und Gisela Necker, bei dem auch Dr. Ursula Sillge anwesend war, kamen dann so einige Anekdoten und Situationen zu Tage, die die Dokumentation um Einiges ergänzten und bereicherten.

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Jana, Oki, Gisela Necker, Ursula Sillge, Ines Heinrich, Luka

So berichtete z.B. Ines Heinrich, die zu DDR-Zeiten beim ‚Bund der Kulturschaffenden‘ beschäftigt war, von einem Lesbentreffen, dass von einer Psychologin zu Forschungszwecken über Homosexualität ins Leben gerufen wurde. Dieses Treffen wurde nach und nach von Ostberliner Lesben angenommen und über einen längeren Zeitraum genutzt, obwohl alle Gespräche aufgezeichnet wurden. Es gab, so Ines Heinrich, damals in Ostberlin kaum Möglichkeiten, sich zu treffen, andere Lesben kennen zu lernen und sich über lesbische Belange auszutauschen. Deshalb fand dieser offizielle Gesprächskreis trotz widriger und kontrollierender Umstände Anklang. In Westberlin hingegen gab es bereits in den 1970ern mehrere Orte, an denen sich Lesben treffen, feiern und politisch organisieren konnten. Gisela Necker, welche damals eine der älteren Frauen innerhalb der Lesbenbewegung war und die L74 mit begründete, erzählte jedoch von einem großen Einheitsdruck, den sie unter den organisierten Lesben verspürte. Wenn eine z.B. der Auffassung war, dass eine Zusammenarbeit mit (schwulen) Männern nicht abzulehnen sei, tat sie besser daran „mit den Wölfen zu heulen“ als dies zu äußern und sich einer möglichen Ausgrenzung aus den lesbischen Gruppen auszusetzen.

Luka, Ursula Sillge, Oki und Jana

Luka, Ursula Sillge, Oki und Jana

Zusammenfassend war es, neben einigen technischen Komplikationen, ein sehr schöner und eindrucksvoller Abend für uns. Dafür wollen wir an dieser Stelle noch einmal herzlichst Ines Heinrich, Gisela Necker, Ursula Sillge und Jana Schmeißer vom Spinnboden danken!

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