Das Burlebübele in Leipzig beim Casablanca e.V.

Am 19.02.2010 wird das „Burlebübele“ in den Räumlichkeiten vom Casablanca e.V. in Leipzig zu Gast sein. Die Casablancas oder Bäcker_innen, wie sie sich auch nennen, sind eine Gruppe von ca. 15 Leuten mit Kindern, die in Leipzig ein linkes Hausprojekt mit öffentlichen Räumen aufbauen. Seit wenigen Monaten ist nun das öffentliche Erdgeschoss nutzbar und wird u.a. mit VoKü (Volxküche) und Veranstaltungen gefüllt. In diesem Rahmen sind wir eingeladen am nächsten Freitag, 19.02., das Burlebübele zu zeigen und zu diskutieren. Ab 19 Uhr gibt es warmes Essen zum Selbstkostenpreis (VoKü) und danach um 20 Uhr läuft der Film mit anschließendem Filmgespräch. Nutzt die Gelegenheit,  dieses nette Projekt kennen zu lernen und natürlich um den Film zu sehen!

Wo: Die ganze Bäckerei, Josephstr. 12 in Leipzig-Lindenau

Wann: 19.02.2010

Uhrzeit: 20 Uhr

VoKü: ab 19 Uhr

Eintritt: frei

Diskussion und Filmvorführung in der Begine

Samstag, 30.01.10 um 20.00 Uhr wird das Burlebübele erneut in Berlin – dieses Mal in der legendären Frauenkneipe Begine – laufen.

Besonders freuen wir uns auf die anschließende Diskussion: Hier werdet ihr Gelegenheit haben,  mit Eva Bornemann und Helga Trachsel (ehemalige Herausgeberinnen der UKZ – Unsere kleine Zeitung) und Halina Bendkowski (Soziologin, Publizistin und frühe Aktivistin) und uns zu diskutieren.

Lesbisch is Happening?

Die Veranstaltung zum folgenden Bericht liegt zwar schon einige Tage zurück, doch wollen wir euch unsere Sicht der Dinge darauf nicht vorenthalten – zumal es einen kritischen Beitrag auf dem Blog des Gender-Happening dazu gibt, den ihr hier nachlesen könnt.

Am 7.7.09 haben wir  das Burlebübele auf dem „Gender is Happening“ des Gunda-Werner-Instituts der Heinrich-Böll-Stiftung gezeigt und diskutiert. Mit dabei waren dieses Mal Ursula Sillge (Lila Archiv) und Christiane Härdel und Imma Harms (Moderation).

Podiumsdiskussion mit Moderatorin Imma Harms (Mitte)

Podiumsdiskussion mit v.l.n.r.: Luka Stoll, Ursula Sillge, Imma Harms (Moderation), Anke Schwarz und Christiane Härdel

Christiane Härdel war schon früh in der aufbrechenden Studierendenrevolte in West-Berlin aktiv, organisierte sich dann relativ schnell in der entstehenden Frauenbewegung und gelangte über diesen Weg zur Lesbenbewegung. Sie lernte Cristina Perincioli im Jahr 1968 im Republikanischen Club kennen und beide Frauen organisierten später zusammen mit Anderen das Lesbische Aktionszentrum (LAZ). Interessant hierbei ist, dass Christiane Härdel über das Frauenzentrum zum LAZ gelangte, wohingegen Cristina Perincioli relativ früh von der Lesbenbewegung zum Frauenzentrum wechselte. Ungefähr Mitte der 80er zog sich Christiane Härdel weitestgehend aus der politischen Aktivität zurück, um sich auf ihr Medizinstudium zu konzentrieren.

Die anschließende Diskussion zur Filmvorführung beim „Gender-is-Happening“ wurde weniger als Erzählcafé, als vielmehr für Einschätzungen zur heutigen feministischen und lesbischen Bewegung genutzt. Relativ schnell angemerkt wurde, dass es eine Organisierung, die sich explizit als lesbisch definiert, nicht mehr gibt. Wie schon in den 70ern am Anfang der Frauenbewegung, engagieren sich heute viele Lesben in Gruppen, die nicht explizit oder ausschließlich ihre eigenen Belange und Zielsetzungen verfolgen. Heute ist es die Queerbewegung, welche lesbische und systemkritische Politik durch ihre radikale Dekonstruktion der Geschlechter zwar mit verfolgt. Doch stellt sich hierbei die Frage, ob Lesben durch häufige sprachliche Aussparung, welche sicher in einem gut gemeinten Sinne von Dekonstruktion begründet wird, nicht weiterhin unsichtbar bleiben, bevor das Wort „lesbisch“ überhaupt in einem positiven Sinn selbstverständlich verwendet worden ist? Hinter dem Begriff „queer“ verschwinden die vielen politisch aktiven Lesben womöglich genauso, wie einst zu Gründungszeiten der ersten Frauenprojekte. Ein sich aufdrängendes Beispiel für diese Annahme ist das Programm des „Gender is Happening“, in dem bei über 70 geplanten Veranstaltungen lediglich in der Ankündigung des „Burlebübeles“ das Wort „lesbisch“ erwähnt wird, obwohl der Bezug zu 40 Jahren Stonewall einen Grundpfeiler der Veranstaltungswoche bildet.

Vorbereitungstreffen mit Imma Harms (li.) und Christiane Härdel (re.)

Vorbereitungstreffen mit Imma Harms (li.) und Christiane Härdel (re.)

Weiterhin diskutierten wir die aktuelle Landschaft der Lesbenräume in Berlin. Hierbei bemerkten vor allem die älteren Anwesenden einen bedauerlich starken Rückgang der einst erkämpften und aufgebauten Strukturen, wohingegen das jüngere Publikum sich ganz gut aufgehoben und informiert wußte. Bemerkenswert ist jedoch, dass auch diese Räume häufig, wieder oder immer noch verteidigt werden müssen. Immer wieder müssen sich Frauen erklären, warum sie FrauenLesben(Trans) – Veranstaltungen durchführen, zu denen Biomänner keinen Zutritt haben.

Vielleicht hat sich seit den 1970ern in puncto Frauenräume doch nicht so viel verändert, wie Cristina Perincioli im „Burlebübele“ einschätzt: „Jeder Mann, der damals nicht ins Plenum rein konnte, der hat uns gleich beschimpft als Lesben. […] Heute kann man sich das vielleicht nicht vorstellen, da sagt ein Mann – ‚Frauengruppe, versteh ich, geh‘ ich meiner Wege‘. Das war damals nicht möglich für’n Mann. Der musste da rein.“ Es gibt viel zu tun…

Nachtrag zum off-pride in Zürich

Bereits am 06.06.09 war das Burlebübele zu Gast beim off-pride – dem alternativen Queerfest in Zürich. Gern wären wir dabei gewesen, doch die knappe Zeit und der finanziell dünne Rahmen im No-Budget-Gewerbe hielten uns zu Hause…Trotzdem hat uns interessiert, wie der Film in der Schweiz so ankommt. Kurz und knapp:

„hallo luka & oki –

wir haben den film gezeigt, sogar zweimal, weil einige erst später eintrafen und dann gerne nochmals den ganzen film sehen wollten. es schauten ungefähr zwölf leute mit, diskutiert wurde noch stehend in der küche. ein zuschauer aus basel hat von einer persönlichen begegnung mit ursula sillge erzählt. bei mir blieb vor allem die frage offen, wie sich die frauen damals finanziert haben. bezeichnend ja auch dass diese frage (bei mir) heute so im vordergrund steht.

beste grüsse
bettina“

Love me Gender

Vom 6.-11. Juli 2009 wird die Veranstaltungswoche LOVE ME GENDER, GENDER IS HAPPENING organisiert vom Gunda-Werner-Institut für Feminismus und Geschlechterdemokratie in der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin stattfinden. Eine Woche voll mit Workshops, Diskussionen, Lesungen, Performances, Erzählcafés, Ausstellungen, Filmen rund ums große Thema Gender. Da darf das „Burlebübele“ natürlich nicht fehlen! Zumal diese Veranstaltung die einzige im Programm ist, die sich im Ankündigungstext zu ihrem lesbischen Inhalt bekennt…

Diesmal sind wir nach dem Film nicht allein auf der Bühne, denn Ursula Sillge und Christiane Härdel, eine politische Wegbegleiterin Cristina Perinciolis, haben sich angekündigt mit uns und euch zu diskutieren. Das Ganze wird moderiert von Imma Harms, Filmemacherin und Journalistin aus Reichenow/Brandenburg.

Das „Burlebübele“ gibt es zu sehen:

Wann: am Dienstag, dem 7.7.2009
Uhrzeit: um 16.00 Uhr
mit anschließender Diskussion
Wo: im Kleinen Saal 1+2 in den Räumlichkeiten der Heinrich-Böll-Stiftung in der Schumannstr. 8, 10117 Berlin

Zugang: Auch dieses Mal sind all genders welcome!
Und wenn uns nicht alles täuscht, sind die Veranstaltungen des Gender-Happenings (zumindest Rolli) barrierefrei.

Zatopek in Tübingen

Filmgespräch im Zatopek

Filmgespräch im Zatopek

Zatopek im Club Voltaire (Tübingen)

Zatopek im Club Voltaire (Tübingen)

Ins Zatopek wurden wir am 26.05.09 eingeladen das Burlebübele zu zeigen. Ein kleines, selbstverwaltetes Häuschen in der beschaulichen Tübinger Altstadt, in dem jeden Dienstag politische Infoveranstaltungen oder Theaterstücke oder eben Filme laufen. Eine gute Freundin organisierte den Abend und es kamen ca. 30 interessierte Zuschauer_Innen aus dem UniUmfeld, dem ortsansässigen Frauenbuchladen Thalestris, Freund_Innen oder Stammgäst_Innen des Zatopek. Uns hat an dem Abend besonders das Filmgespräch gefallen. Viele interessante Fragen und Beiträge v.a. zum Thema Ost-West und Wiedervereinigung machten den Abend für uns zu einem besonderen Vergnügen. Vielen Dank liebe Tübinger_Innen! Und dass in den Räumen des Zatopek im Jahr 1979 die erste Lesbenparty Tübingens stattfand, ließ den Abend noch ein wenig mehr erstrahlen…

Christopher Street meets Brunnenstraße

Versteckt, in einem schummrigen Hinterhof gelegen, aber dennoch höchst zentral am Rosenthaler Platz befindet sich das ZMF – die Veranstaltungsräumlichkeiten eines Künstler_innenkollektivs aus Mitte. Nachdem wir über eine lange Treppe den offiziellen Sektor Berlins verließen und in die subkulturelle Sphäre hinab gestiegen waren, befanden wir uns in einer ziemlich netten Gewölbekeller-Location mit Bar und vielen gemütlichen Videosofas. Erstaunlich, dass wir noch nie hiergewesen sind. Um so erfreulicher, dass Johan und Sandra von der SKB, der Sprach- und Kulturbörse der TU, uns anlässlich des (transgenialen) CSDs hierhin eingeladen haben „das Burlebübele“ zu zeigen. Nicht nur der Ort war neu für uns, auch das Publikum, mehrheitlich Studierende, setzte sich erstmals sehr international zusammen. Die Veranstaltungen der SKB richten sich gezielt an Sprachstudierende in Berlin und so kamen wir in den Genuss unseren Film auch einmal auf französisch und niederländisch anmoderiert zu hören. Die Diskussion am Schluss war dann (für uns) glücklicherweise auf deutsch und förderte einige interessante Themen zu Tage. Wir sprachen über die Auswirkungen der unterschiedlichen staatlichen Repressionsformen auf die soziale und ökonomische Stellung im Leben der beiden Protagonistinnen und inwiefern sich solche Erfahrungen verallgemeinern und auf die heutige Zeit beziehen ließen. Es gab viele Fragen zur Zeit nach der Wende, z.B. zur Kooperation von Ost- und Westlesbebewegung oder zur aktuellen Sicht von Ursula Sillge und Cristina Perincioli auf die damaligen politischen Aktivitäten und ihre eigene Rolle darin. Ein Diskussionsstrang war von der Frage getragen, ob und wie sich heutzutage in Berlin die Generationen von politisch aktiven Lesben mischen und ob dabei eine Ost-West-Divergenz auszumachen ist. Sicher war es uns nicht möglich jede Frage aus dem Publikum erschöpfend zu beantworten, da uns verständlicherweise nicht zu allen Themen die Sichtweisen von Ursula Sillge und Cristina Perincioli bekannt waren, doch v.a. die Beiträge mit aktuellem Bezug eigneten sich hervorragend, um eigene Erfahrungen zu heutigen lesbenpolitischen Belangen zu diskutieren. Gerade durch die vielen unterschiedlichen Aufführungsorte, bei denen wir das Burlebübele zeigen, wird uns immer wieder bewusst, wie getrennt nach Alter und Herkunft (BRD/DDR) die Lesben Berlins bis heute ihre Veranstaltungen besuchen. Sicher- es gab v.a. bei der Premiere im SchWuZ eine bunte Mischung SchaulustigeR (in jeglicher Hinsicht), doch außer im Sonntagsclub sind Begegnungen der Generationen doch eher eine Seltenheit gewesen.

Nun ja – alles in allem ein sehr anregender Abend, der ob des vielsprachigen Publikums nicht zuletzt wieder einmal die Frage nach Untertiteln für unseren Film aufwarf. Darüber haben wir Filmemacherinnen uns schon des öfteren den Kopf zerbrochen, jedoch keine praktikable Lösung gefunden. Die Erstellung von Untertiteln bedarf entweder eines riesigen Arbeitsaufwands, den wir nicht in der Lage sind zu stemmen, oder einer Finanzspritze, die erst gefunden werden müsste. Vielleicht habt ihr ja eine Idee, wen wir wegen der Untertitel ansprechen könnten, sei es auf fachlicher oder finanzieller Hinsicht!